Gegenrede zum Artikel „Churchills Verdienst“

..von Peter Hacks in Junge Welt Titel

.und Gastbeitrag von Rolf Preil

 

Gastbeitrag von Dernier Cri

 

So sehr ich Peter Hacks auf der Grundlage der mir bekannten Veröffentlichungen auch schätze, die im hier vorliegenden Beitrag aufgeführte Einschätzung teile ich nur bedingt. Das Thema ist jedoch so umfangreich, dass ich mich nur kurzfassend dazu äußern möchte. Die Briten hatten gar keine andere Möglichkeit, als sich gegen Nazi-Deutschland zu stellen. Schließlich lautete der Auftrag an die Deutschen, die befreiten Völker der Sowjetunion wieder in die Sklaverei zurückzuwerfen. Der deutsche Konkurrent sollte sich dabei gemeinsam mit der Sowjetunion ausbluten. Ein siegreiches deutsches Kapital wäre das Ende des britischen Imperiums gewesen. Von daher betrachtete das britische Kapital seinen deutschen Konkurrenten auch als die größere Gefahr, die es gegen alle Widerstände niederzuwerfen galt. Churchill war in der komfortablen Lage, Jahrhunderte alte Strukturen nutzen zu können. Die Sowjetunion stellte aus Sicht der Imperialisten nur eine Zäsur dar. Stalin gelang es jedoch, die gesetzmäßigen Widersprüche der imperialistischen Völkermörder zugunsten der jungen Sowjetrepublik und seiner Menschen auszunutzen. Dafür hassen ihn die Ausbeuter noch heute. Nicht der britische Untertan Churchill machte sich verdient, sondern die Revolution unter der Führung des Revolutionärs J. Stalin. Sie zwangen das Kapital, sich über Jahrzehnte zu bescheiden. Da die Verbrecher der alten Ausbeutergesellschaft aber auch noch in der jungen Sowjetunion Nischen fanden, war der erste erfolgreiche Vorstoß der Menschheit, den Sozialismus aufzubauen, bereits nach der Okkupation der Partei Lenins durch die Revisionisten um Chruschtschow herum, dem Untergang geweiht. Die Zersetzung erfolgte in Abstimmung mit dem westlichen Kapital konspirativ und schrittweise. Churchill im Nachhinein irrigerweise als den eigentlichen Drahtzieher der Abläufe darzustellen, verkennt die Tatsache, dass er nur eine austauschbare Marionette in einem eingefahren Laufwerk war. Stalin hingegen hatte nur die marxistisch-leninistischen Erkenntnisse, einen Pool an revolutionären Kampferfahrungen und die aufopferungsvollen Völker der Sowjetunion sowie deren Freunde in aller Welt. Er hinterlässt eine Epoche an wertvollsten Erfahrungen für die Menschheit. Die Revolution hat einen weiteren großen Schritt in Richtung endgültigen Sieg getan.

 

Zum besseren Verständnis:

Siehe „Der lange Weg der Menschheit“ auf

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CHURCHILLS VERDIENST

Gastbeitrag von Rolf Preil

Was war die Ursache für die Schwäche des Sozialismus?
Von Peter Hacks

siehe

Junge Welt Titel

Um den Artikel in der „Jungen Welt“ direkt  lesen zu können, ist ein Online-Abo erforderlich. Darum stellt Rolf Preil den Artikel hier als Gastbeitrag zur Verfügung.

 

Im Fragebogen des untergegangenen FAZ-Magazins antworteten die meisten Prominenten, Halb- und Viertelprominenten auf die Frage »Welche geschichtlichen Gestalten verabscheuen Sie am meisten?« mit Hitler und Stalin. Eine hochmoralisch gemeinte Antwort als vorhersehbare hohle Geste, die sich als eine Art Running Gag durch alle möglichen Lach- und Sachgeschichten zieht, die das Bürgertum als sogenannte Debatten serviert. Aktuell läßt sich das an den Rezensionen des nun auf deutsch erschienenen Romans »Europe Central« von William T. Vollmann ablesen. Zur historisch-materialistischen Erquickung drucken wir einen leicht gekürzten, unveröffentlichten Text aus dem Nachlaß(alte Schreibweise ist hier übernommen worden) von Peter Hacks, geschrieben am 1.1.1991, mit freundlicher Genehmigung des Eulenspiegel Verlags. (jW)

 

 

Über die Niedergangsepoche von 1970 bis 1990 gibt es nichts und kann es nichts geben. Es war die Epoche der globalen Verabredung; natürlich hat in ihr keine Seite das Schweigen der anderen gebrochen.

Es bleibt schon dabei: das Eigentliche muß man sich aus den Pfoten saugen.

Das Generalthema und die Epochenüberschrift, richtig, heißt: Opportunismus. Gorbatschow, richtig, ist ein anderer Breshnew; Breshnew bereits hat auf die Fähigkeit des Sozialismus, produktiv (und produktiver als der Imperialismus) zu sein, verzichtet; was Gorbatschow über Breshnew hinaus nur noch preisgegeben hat, ist die Macht, ohne zu produzieren fortzudauern. Opportunistisch, richtig, ist jede Abweichung vom Stalinismus und von Ulbrichts aufgeklärtem Stalinismus, sei es die Abweichung nach rechts oder nach links oder nach rechts und links zugleich.

(Der sogenannte Dogmatism war kein linker Opportunismus, sondern einfach historisch nötig. Linker Opportunismus, das sind der Maoismus und Honeckers Euromaoismus: Gleichmacherei also und Wissenschafts- und Kulturfeindlichkeit im Namen des Apparats und des rückständigsten Teils der Arbeiterklasse. Denn das sind die Hauptformen des Verzichts auf Erzeugung. Das genaue Gegenteil von beidem ist, was Stalin, wie dogmatisch immer, tat).

Der nachleninsche Opportunismus ist nicht mehr das Ablassen von der Revolution innen, die ja gemacht ist. Er ist das Ablassen vom Endziel Weltrevolution außen (richtig: die Entspannung) und innen: das Ablassen von den Maßnahmen, deren der Sozialismus, um zu gedeihen, bedarf. Vor allem also, richtig, von der vermittelnden Rolle des Staats über der Apparat- und der Spezialisten-Klasse und, richtig, dem sozialistischen Weltmarkt.

Das sind die Tatsachen. Was ist die Ursache? besser: die Hauptursache? Die eigentliche theoretische Frage heute ist: Welche Schwäche bewog den Sozialismus, den Entspannungsschwindel zu akzeptieren?

Man will uns einreden, die Schwäche des Sozialismus sei eine sytemimmanente ökonomische Schwäche gewesen. Es ist vollkommen klar, daß es die Opportunisten sind, die uns das einreden wollen.

Ich glaube, der Imperialismus hat uns nicht vermöge von wirtschaftlicher Macht besiegt, sondern vermöge von militärischer. Aus dem militärischen Sieg des Imperialismus folgten die Verzerrungen des Sozialismus, – zunächst die gesellschaftlichen und dann aus denen erst die ökonomischen. Und der Zeitpunkt des militärischen Siegs des Imperialismus, glaube ich, war der 2. Weltkrieg. Die SU, glaube ich, hat den Weltkrieg verloren. Nicht erst heute, will ich sagen. Schon damals.

Das Verdienst an dieser Niederlage hat Churchill. Churchill war der begabteste Schurke unserer Zeit. Er nutzte den Umstand aus, daß die SU gezwungen war, sich mit ihm zu verbünden, (gezwungen aus dem einzigen Grund, daß es ihm jederzeit freigestanden hätte, andernfalls mit Hitler zu koalieren), und er sorgte mit seinem fabelhaften politischen Geschick nicht nur vor und nach dem Krieg, sondern besonders während des Krieges, daß alles zum Schaden seines russischen Verbündeten ablief. Er sorgte nicht nur für den größtmöglichen Verschleiß von russischen Produktionsstätten und russischen Leuten. Er sorgte auch und zumal für die Einführung des Opportunismus.

Wenn bestimmte Grundsätze des Opportunismus schon unter Stalin Doktrin wurden, geschah es einfach auf Befehl Churchills. Die Einmottung der Marxschen Wissenschaft erfolgte nicht, wie man sagt, mit Rücksicht auf die russischen Bauern. Die Wiederbelebung der Pfaffen, die Einführung des Modernismus in den Künsten, alles das fand statt, weil Churchill es wollte. – Eins der aufschlußreichsten Bücher über diese besondere Erpressungssituation sind Schostakowitschs Memoiren.

Stalins Anstrengung, nach dem Sieg die Churchillschen Pflanzungen wieder zu roden, blieb erfolglos. Das Unkraut hatte tiefe Wurzeln geschlagen. Und die Kräfte, die rodeten, waren nicht die erfreulichsten.

Die Klassenkämpfe im Sozialismus, sagt Lenin, sind von vornherein deformiert: dadurch, daß hinter jedem windigen Kleinbürger immer gleich der ganze Weltimperialismus steht. Insofern ist das Ganze natürlich eine Sozialismus-in-einem-Land-Geschichte. Stalins Apparat war dauernd damit beschäftigt, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, was die Zielgenauigkeit nicht erhöht. Man nimmt auch hierfür nicht die Feinfühligsten. So verselbständigte sich der Apparat und verlor die Fähigkeit, sich und die Welt zu verändern. Er hatte zum Schluß die Gabe nicht mehr, Ulbrichts Lösungsangebot zu kapieren, geschweige akzeptieren. Festzuhalten ist: der Opportunismus im Sozialismus wurde durchgeführt in der Gesellschaftsform einer Apparatdiktatur.

Sofort nach Stalin gab die KPdSU im Grunde auf und wurde opportunistisch, in ihren Taten und leider in ihrer Theorie. Sicher war Chruschtschow auf eine Art noch Kommunist, aber auf eine, höflich gesagt, ambivalente. Immerhin hat er den Antistalinismus, den friedlichen Übergang zum Sozialismus und das literarische Tauwetter auf dem Kerbholz.

Als dann auf das potentielle englisch-hitleristische Bündnis das potentielle (und ja nicht ganz unakute) amerikanisch-chinesische Bündnis folgte und die SU mit dem physischen Untergang bedrohte, fiel ihr nichts mehr ein und machte sie sich an ihre Unterwerfung und an die Unterwerfung ihrer Satelliten gleich mit.

 

 

JAHRHUNDERTMONSTER

Wer war der, der vom meisten Blute troff?
Wars Churchill, Hitler oder Gorbatschow?

siehe auch den Gastbeitrag(Gegenrede) von Dernier Cri

Auf den Spuren Hitlers

Hier noch ein wichtiger Beitrag zum Thema „Kalter Krieg“ von Sascha.

Quelldokument:

auf-den-spuren-hitlers

 

 

Sascha's Welt

Fulton Die Fulton-Rede Churchills

Nach Roosevelts Tod war im Jahre 1945 die Regierung der USA vor die für Deutschlands Zukunft grundlegende Entscheidung gestellt: eine antifaschistische Ordnung und eine wirkliche Demokratisierung in einem einheitlichen deutschen Staat zu unterstützen, oder sich die deutschen Trustherren (nach Abhalfterung einzelner, zu belasteter Leute) als künftige Juniorpartner zu bewahren. Sie hatte sich für das zweite entschieden: für die Restauration der „überlieferten“ und „natürlichen“, unantastbar geheiligten „Ordnung“ des Kapitalismus.

Ursprünglichen Post anzeigen 1.008 weitere Wörter

Operation Unthinkable

Operation Unthinkable (Operation Undenkbar) war der Name eines im Mai 1945 vom britischen Premierminister Winston Churchill in Auftrag gegebenen Kriegsplans, der die militärische Unterwerfung der damaligen Sowjetunion durch Großbritannien und die USA zum Ziel hatte. Der Plan wurde vom britischen Chiefs of Staff Committee als militärisch undurchführbar eingestuft und daher letztlich fallen gelassen. (Dazu kann man sagen, die Welt hat schwer Glück gehabt, dass diese Chefs den Plan abgelehnt haben. Der Zweite Weltkrieg gerade zu Ende und es sollte gleich der Dritte Weltkrieg folgen? Was hätte dann das für ein Elend gegeben?)

Der ausgearbeitete Plan wurde Churchill am 22. Mai 1945, zwei Wochen nach der deutschen Kapitulation, vom Chief of Staff, Lt. Gen. Sir Hastings Lionel Ismay, übergeben und am 8. Juni 1945 und 11. Juli 1945 ergänzt. Als Termin für den Angriff auf die Sowjetunion wurde der 1. Juli 1945 festgelegt. Geplant war der Einsatz von britischen und US-Truppen. Circa 47 Divisionen der Westalliierten (ungefähr 50 % der in Deutschland stationierten Truppen) sollten gegen die Rote Armee im Bereich Dresden vorrücken. Wegen der hohen zahlenmäßigen Überlegenheit der Roten Armee beabsichtigte man außerdem die Wiederbewaffnung von ca. 100.000 Soldaten der besiegten deutschen Wehrmacht. Zum Zeitpunkt des Sommers 1945 hatten die Sowjets eine Überlegenheit an Soldaten von 4:1 und an Panzern von 2:1.

Der als „streng geheim“ eingestufte Plan wurde 1998 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ein furchtbarer Plan. Ein Horror darüber nachzudenken, was gewesen wäre, wenn diese Chefs den Plan nicht abgelehnt hätten.

 

Einzelne Textpassagen

Wikipedia

Winston Churchill

Sir Winston Churchill, geboren am 30. November 1874 in Woodstock(England), gestorben am 24. Januar 1965 in London gilt als bedeutendster britischer Staatsmann des 20. Jahrhunderts.

 

Churchill während der Potsdamer Konferenz 1945
Churchill während der Potsdamer Konferenz 1945

Bildquelle:

„Bundesarchiv Bild 183-14059-0005, Potsdamer Konferenz, Winston Churchill“ von Bundesarchiv, Bild 183-14059-0005 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons – bitte auf´s Bild klicken

Er war von 1940 bis 1945 und von 1951 bis 1955 Premierminister und führte Großbritannien durch den Zweiten Weltkrieg. Zuvor hatte er bereits mehrere Regierungsämter bekleidet, unter anderem das des Ersten Lords der Admiralität und des Innen- und des Finanzministers. Darüber hinaus trat er als Autor politischer und historischer Werke hervor und erhielt 1953 den Nobelpreis für Literatur.

Aufgrund der langen Karriere von Winston Churchill beschränkt sich dieser Artikel auf die Jahre, die seine Rolle im Kalten Krieg beschreiben.

Mit seinem Außenminister Anthony Eden besuchte er vom 9. bis 19. Oktober 1944 Moskau. Trotz der Erfolge der britischen und amerikanischen Truppen fürchtete er weiterhin, dass die Rote Armee schneller und weiter nach Mitteleuropa vorstoßen könnte als die Westalliierten. Daher verabredete er mit Stalin eine Aufteilung Mittel-, Ost- und Südosteuropas in Interessensphären. Rumänien, Bulgarien und Ungarn wurden dem sowjetischen Einflussbereich zugeordnet, Griechenland dem britischen. In Jugoslawien wollten beide Mächte ihren Einfluss teilen. Churchill einigte sich mit Stalin ferner auf die Curzon-Linie als Polens Ost- und die Oder als Polens Westgrenze.

Die Ardennenoffensive der deutschen Wehrmacht (16. Dezember 1944 bis Januar 1945) verstärkte seine Bedenken noch, so dass er auf der Konferenz von Jalta vom 4. bis 11. Februar 1945 zu weiteren Zugeständnissen an Stalin bereit war. Dort wurde nicht nur Deutschlands Aufteilung in vier Besatzungszonen beschlossen, sondern auch Europas Teilung in eine westliche und eine sowjetische Einflusssphäre, wie sie bis 1989 Bestand hatte. Churchill musste sich dabei nicht nur mit Stalin, sondern auch mit Roosevelt auseinandersetzen: Dieser war den Sowjets gegenüber sehr viel weniger misstrauisch und glaubte, sie nach dem Krieg in eine wirkliche Friedensordnung einbinden zu können.

Mitten in der Potsdamer Konferenz wurde Churchill als Premier von seinem bisherigen Stellvertreter Clement Attlee abgelöst.

Während der folgenden sechs Jahre war Churchill Oppositionsführer im Unterhaus. Als weltweit geachteter Staatsmann nutzte er diese Zeit, um seinen Einfluss geltend zu machen.

Bereits im Mai 1945 hatte er aus Furcht vor einem weiteren Vormarsch der Roten Armee nach Westeuropa den britischen Generalstab mit der Ausarbeitung von Operation Unthinkable beauftragt, einem Geheimplan für einen Angriff auf die Sowjetunion. Der Plan wurde jedoch fallengelassen.

Nun, nach dem Krieg, unterstützte Churchill Präsident Trumans Eindämmungspolitik(Containment-Politik) gegenüber der Sowjetunion und prägte den Begriff „Eiserner Vorhang“ für die Grenze zwischen Ost- und Westeuropa. Er bestärkte die USA auch darin, ihr bis 1954 bestehendes Monopol auf Atom- und Wasserstoffbomben für offensive, gegen die Sowjetunion gerichtete politische Ziele zu gebrauchen.

Seine berühmten Reden vor der akademischen Jugend in Zürich 1946 und dem Europarat in Straßburg 1949 waren weitblickend. Churchill schlug die Schaffung der „Vereinigten Staaten von Europa“ vor, deren erster Schritt die Partnerschaft zwischen Frankreich und der BRD sein müsse. Seine Reden waren mit viel Propaganda gespickt, um die Bevölkerung Westeuropas darüber hinwegzutäuschen, dass dieses Vereinte Europa nur dem Großkapital nützlich ist. Heute ist die EU mit der gemeinsamen Währung Euro daraus geworden. Wir wissen, dass einige europäische Länder stark verschuldet sind und Not leiden, wie z.B. Griechenland.

Bereits 1930 hatte sich Churchill, begeistert von den Ideen des französischen Außenministers Arstide Briand, in der „Saturday Evening Post“ zu dieser Konzeption geäußert.

Jetzt sah Churchill einerseits einen pragmatischen Weg den Hass zwischen den europäischen Völkern abzubauen und den Kontinent zu befrieden. Damit war aber nur Westeuropa gemeint. Anderseits verband er das Kalkül   das infolge zweier Weltkriege verringerte politische Gewicht der europäischen Staaten gegenüber den USA und der Sowjetunion zu stärken. Großbritannien sollte nach seiner Vorstellung jedoch nicht in die neu zu schaffenden europäischen Strukturen eingebunden sein: „Wir haben unsere eigenen Träume. Wir sind bei Europa, aber nicht von ihm. Wir sind verbunden, aber nicht eingeschlossen.“ Offenbar hoffte er, Großbritannien, das damals noch über ein ausgedehntes Kolonialreich verfügte, könne durch einen unabhängigen Kurs mit seinem atlantischen Partner USA auf Augenhöhe bleiben. Grundkonstante seiner Pläne blieb die Idee einer föderalen Union von Nationalstaaten.

Mit Churchill als Spitzenkandidat errangen die Konservativen im Oktober 1951 einen knappen Wahlsieg. Innenpolitisch verlief Churchills zweite Amtszeit unspektakulär. In der Außen- und Kolonialpolitik dagegen musste er mit mehreren von der Vorgängerregierung geerbten Konfliktherden zurechtkommen. Er tat dies als weiterhin überzeugter Verfechter des Britischen Empire und des Kolonialismus.

Er unterstützte die Aktionen des USA-Geheimdienstes CIA, um den demokratisch gewählten iranischen Premierminister Mohamed Mossadegh zu stürzen. Diese Einmischung in die Politik des Iran erfolgte, als das iranische Parlament auf Betreiben von Mossadegh Anfang 1951 die Verstaatlichung der Erdölindustrie des Landes beschloss. Die Erdölindustrie des Iran stand unter britischer Kontrolle.

In Malaya war bereits 1948 eine Rebellion gegen die britische Herrschaft ausgebrochen. Auch in der Kolonie Kenia schwelten Unruhen, die 1952 im Mau-Mau-Krieg mündeten. In beiden Fällen trat Churchill dafür ein, die Aufstände militärisch niederzuschlagen. Anschließend versuchte er aber, für alle Seiten politisch tragbare Lösungen zu finden. Die von ihm initiierten Friedensgespräche mit den Aufständischen in Kenia scheiterten allerdings kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Amt. Für die malayischen Sultanate im heutigen Malaysia und für Singapur ließ er 1953 Pläne für die Unabhängigkeit ausarbeiten, die 1957 realisiert wurden.

Nach dem Tod Stalins im März 1953 bot Churchill der Sowjetunion überraschend die Auflösung der Blöcke und Schaffung eines gesamteuropäischen Sicherheitssystems an. Vermutlich plante Churchill schon damals das, was dann 1989/90 eingetreten ist. Aber die Auflösung der beiden Blöcke hat die Welt instabiler und unsicherer gemacht, anstatt friedlicher.

Im selben Jahr erhielt er den Nobelpreis für Literatur für sein großes historisches Werk „Der Zweite Weltkrieg“. Die damals neue Königin Elisabeth II. schlug ihn wegen seiner Verdienste zum Ritter des Hosenbandordens. Den angebotenen Herzogstitel schlug Sir Winston in den Folgejahren mehrfach aus, um weiter für das Unterhaus kandidieren zu können.

Im Juni 1953 erlitt er zum wiederholten Mal einen Schlaganfall, der ihn zeitweilig amtsunfähig machte. Schließlich drängten seine Parteifreunde ihn 1955 zum vorzeitigen Amtsverzicht. Churchill trat im April dieses Jahres zurück, und die Tory-Mehrheit im Unterhaus wählte Anthony Eden zu seinem Nachfolger. Churchill ließ sich 1955 und 1959 noch einmal ins Unterhaus wählen, dem er am Ende mehr als 60 Jahre angehörte. Er trat jedoch nicht mehr als Redner in Erscheinung.

Nach seinem Rücktritt lebte Churchill zurückgezogen noch weitere zehn Jahre. Er starb in seinem 91. Lebensjahr am 24. Januar 1965 – auf den Tag genau 70 Jahre nach dem Tod seines Vaters.

 

 

Zahlen Fakten und einzelne Textpassagen:

Wikipedia

Fulton-Rede von Winston Churchill

Die Rede von Winston Churchill im Westminster College in Fulton(US-Staat Missouri)vom 05. März 1946 ist als Fulton-Rede in die Geschichte eingegangen.

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Winston Churchill

Bildquelle: Bitte auf´s Bild klicken

Winston Churchill war zu dieser Zeit nicht mehr Premierminister Großbritanniens. Im Juli 1945 hatten die Konservativen die Unterhauswahlen verloren. Churchill war nun Oppositionsführer geworden. Außerhalb Großbritanniens verstand man die Abwahl Churchills nicht. Sein Name war mit dem Standhalten Großbritanniens nach der Vertreibung seiner Armee vom Kontinent im Frühjahr 1940 verbunden und mit dem Triumph über Nazideutschland. Indessen bewerteten die britischen Wähler nicht dieses Verdienst. Sie fragten, unter wessen Führung die Folgelasten des Krieges nicht – oder doch weniger – auf sie abgewälzt werden würden.

Churchill interessierte sich für die Gestaltung der Nachkriegswelt. Beunruhigt hatte ihn das wachsende Ansehen der Sowjetunion kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges. Die Anti-Hitler-Koalition verstand Churchill als Unterbrechung der geschichtlichen Auseinandersetzung, die 1917 begonnen hatte.

Warum haben die Reaktionäre der USA Churchill vorgeschickt?

Der Verrat am Alliiertenbündnis, das Abwerfen der Verpflichtungen und der abgelegten Schwüre waren und bleiben eine Schande. In diesem Fall war aber die Sache noch schlimmer. In seiner letzten Botschaft an den Kongress (März 1945) mahnte Präsident Roosevelt: Von einer gewissenhaften Einhaltung der Vereinbarungen von Teheran und Jalta hängen „die Geschicke der Vereinigten Staaten und der ganzen Welt für Generationen voraus“ ab. „Hier haben die Amerikaner keinen Zwischenweg“, betonte er. „Wir müssen die Verantwortung für die internationale Zusammenarbeit übernehmen, widrigenfalls würden wir Verantwortung für einen neuen globalen Konflikt tragen.“

Ein Jahr nach der Mahnung seines Vorgängers war Harry S. Truman nicht sicher, wie die öffentliche Meinung auf das Ende der Anti-Hitler-Koalition reagieren würde. Hinsichtlich des Bruchs mit der UdSSR war man sich auch innerhalb der Administration, der Generalität und des Kongresses uneinig.

So brauchte Truman Hilfe von außen, um seine politischen Ziele durchzusetzen. Neben dem von der Zeit geprüften Russenhass Churchills fühlte sich der USA-Präsident von einem erlesenen Zynismus des britischen Ex-Premiers angezogen, den Roosevelts Verteidigungsminister Stimson als „die zügelloseste Abart des aus dem Konzept bringenden Randals“ beschrieb. Für Churchill sprach in Trumans Augen auch die Tatsache, dass während des Krieges niemand mehr als Churchill unternommen hatte, um das militärische Zusammenwirken der Westmächte mit der Sowjetunion auszuhöhlen, eine reale Koordinierung von Handlungen der Streitkräfte der drei Mächte zu verhindern, die Eröffnung der Zweiten Front in den Jahren 1942 und 1943 zu torpedieren. Und das tat er, um den Krieg damit in die Länge zu ziehen und mit einer himmlischen Ruhe zuzusehen, wie die Deutschen und die Russen in den erbitterten Kämpfen gegenseitig entkräften. In dieser Hinsicht entsprach die Konzeption des britischen Premiers der Position Trumans, der im Juni 1941 gesagt hat: „Gewinnen die Deutschen, so soll den Russen geholfen werden, gewinnen aber die Russen, so soll man den Deutschen helfen – mögen sie einander umso mehr umbringen.“

Die Philosophie des Kalten Krieges reifte schon während des zweiten Weltkrieges heran, wobei Churchill eine wichtige Rolle spielte.

Churchill trat als Privatmann auf, als er die historische Rede in Fulton hielt. Seine Rede wurde weltbekannt, da sie im Rundfunk übertragen wurde.

Er begann mit einem wortreichen Friedensbekenntnis und malte das Bild von einer im Wohlstand lebenden Welt aus. Er verlor kein Wort über die Anstrengungen europäischer Mächte ihre asiatischen und afrikanischen Kolonialreiche zu behaupten. Ohne die UdSSR namentlich zu nennen sprach er von der Notwendigkeit der militärischen Überlegenheit(Besitz der Atombombe), um gegen kommunistische und neofaschistische Expansionen gesichert zu sein. Die UdSSR war zerstört und mit Wiederaufbau beschäftigt. Da war weder Raum noch Sinn für eine Expansion. Bereits hier wurden absurde Behauptungen aufgestellt und Kommunisten und Faschisten gleichgesetzt. Churchill malte eine Kriegsgefahr aus welche die Vereinten Nationen, zusammengeschlossen mit den USA und Großbritannien abwenden sollte, da die Gefahr der Tyrannei im Raum stehen würde. Bereits hier wurde die Gleichsetzung von Faschismus und Sozialismus als Tyrannei geprägt. Als ihren Ausgangspunkt benannte Churchill Moskau und die Bestrebungen der kommunistischen Parteien in vielen Ländern, einer angeblichen „fünften Kolonne“ . Dieser Ausdruck ist auch bis heute noch in der antikommunistischen Propaganda und offiziellen Geschichtsschreibung geläufig. Die meist zitierten Worte seiner Rede sind: „Von Stettin an der Ostsee bis hinunter nach Triest an der Adria ist ein ›Eiserner Vorhang‹ über den Kontinent gezogen. Hinter jener Linie liegen alle Hauptstädte der alten Staaten Zentral- und Osteuropas, Warschau, Berlin, Prag, Wien, Budapest, Belgrad, Bukarest und Sofia. Alle jene berühmten Städte liegen in der Sowjetsphäre, und alle sind sie in dieser oder jener Form nicht nur dem sowjetrussischen Einfluss ausgesetzt, sondern auch in ständig zunehmendem Maße der Moskauer Kontrolle unterworfen.“ Der Begriff „eiserner Vorhang“ hat sich tief ins Bewusstsein großer Teile der Weltbevölkerung eingeprägt. Dieser Begriff ist ein wichtiges Element der offiziellen Geschichtsschreibung und der antikommunistischen Propaganda. Der Begriff „eiserner Vorhang“ wurde bereits vom Propagandaminister des faschistischen Deutschlands Joseph Goebbels geprägt. Ob Winston Churchill den Begriff von Joseph Goebbels übernommen hatte oder neu erfunden hat, sei dahingestellt.

Der Auftritt Winston Churchills gilt als Eröffnung des Kalten Krieges. Doch diese Konzepte sind schon älter. Es brauchte auch Zeit, bis diese Politik durchgesetzt werden konnte. Als Churchill sprach, fand in Nürnberg der von den vier Kriegsalliierten geführte Prozess gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher statt, und in Berlin setzte der Alliierte Kontrollrat seine Arbeit noch fort.

Fakten und Zahlen und einzelne Textpassagen, sowie Ausführlicheres siehe Links.

Links:

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DIE LINKE

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