Dwight D. Eisenhower

Dwight David „Ike“ Eisenhower (* 14. Oktober 1890 in Denison, Texas als David Dwight Eisenhower; † 28. März 1969 in Washington, D.C.) war ein US-amerikanischer General und Politiker der Republikanischen Partei. Von 1953 bis 1961 war er der 34. Präsident der Vereinigten Staaten und während des Zweiten Weltkrieges als General of the Army Oberkommandierender der alliierten Streitkräfte an der Westfront in Europa.

Eisenhowers offizielles Porträt im Weißen Haus
Eisenhowers offizielles Porträt im Weißen Haus
Bildquelle:
Von James Anthony Wills – http://www.eisenhower.archives.gov/audiovisual/Portraits/index.htm, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

Dieser Beitrag befasst sich mit der Rolle von Dwight D. Eisenhower während des Kalten Krieges. Wer sich näher mit seiner Person beschäftigen möchte, kann auf Wikipedia nachsehen.

Prägend für die Außenpolitik während der Eisenhower-Regierung war der Kalte Krieg. Zu Beginn seiner Präsidentschaft waren die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten äußerst angespannt. Am 5. März 1953, rund sechs Wochen nach seiner Vereidigung, starb der Josef Stalin. Unter Nikita Chruschtschow, der sich schrittweise als Nachfolger durchsetzte, verbesserten sich die Beziehungen leicht. Dennoch wurde in der US-Öffentlichkeit ein Atomkrieg als permanente Bedrohung angesehen. Gegenüber der UdSSR trat Eisenhower mit dem Grundsatz der „kompromissbereiten Abschreckungspolitik“ auf. Dies bedeutete, dass er zwar gegenüber den sozialistischen Ländern für einen diplomatischen Austausch offen war, gleichzeitig aber die USA unter seiner Führung eine massive Aufrüstung betrieben. Dies zeigte sich insbesondere an der Weiterentwicklung von Atomwaffen, die in den 1950er-Jahren dutzendfach getestet wurden. Darüber hinaus autorisierte Eisenhower etliche Spionageaktionen wie Spionageflüge gegen die bzw. über der Sowjetunion. Auf Rat von General Matthew B. Ridgway widerstand Eisenhower Bitten, auf der Seite der Franzosen in Indochina zu intervenieren.

Als Präsident warnte Eisenhower eindringlich vor den Gefahren, die ein einflussreicher militärisch-industrieller Komplex für die USA in Zukunft mit sich bringen würde. So sagte er in seiner Rede „Chance for Peace“ am 16. April 1953:

„Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen bekommen, an denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie
verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder.“

Eine eindringliche Warnung vor dem militärisch-industriellen Komplex sprach er während seiner Abschiedsrede vom 17. Januar 1961 aus.

Diese Warnung hatte allerdings Propagandacharakter. Denn als Akteur des Kalten Krieges und Präsident der USA konnte er nicht ernsthaft danach handeln.

Eines der drängendsten Probleme, mit denen Eisenhower sich unmittelbar nach seinem Amtsantritt konfrontiert sah, war der andauernde Koreakrieg. Bereits während der Wahlkampagne von 1952 hatte er sich für eine diplomatische Lösung ausgesprochen. Als die Volksrepublik China in den Konflikt eingriff und den Norden unterstützte, entwickelte sich rasch ein militärisches Patt. Damit standen die USA zum Zeitpunkt von Eisenhowers Amtsübernahme noch immer mitten in einem verlustreichen Krieg, dessen Ende kaum absehbar schien.

Eisenhower wandte schließlich zwei Finten oder Drohungen an, um auf die chinesische Kriegspartei einzuwirken. Einerseits erweckten sie den Eindruck, sie würden eine Invasion nationalchinesischer Truppen von Taiwan auf das chinesische Festland tolerieren. Andererseits ließen sie über den indischen Staatschef Jawaharlal Nehru an die chinesische Führung durchsickern, dass sie bereit wären, die Mandschurei und Zentralchina zu bombardieren, notfalls unter dem Einsatz taktischer Nuklearwaffen. Darüber hinaus ließen die USA es zu, dass kommunistische Parteimitglieder unter den repatriierungsunwilligen Kriegsgefangenen agitierten, um sie zur Rückkehr zu bewegen. Am 30. März 1953 erklärte sich der chinesische Außenminister Zhou Enlai bereit, alle Gefangenen, die keine Repatriierung wünschten, neutralen Schutzmächten zu übergeben.

Nach langen Verhandlungen schlossen die Konfliktparteien am 27. Juli 1953 ein Waffenstillstandsabkommen. Es bestätigte im Wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea und legte eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest. Es handelte sich aber nicht um einen Friedensvertrag. Damit dauert der Konflikt rein formal bis zum heutigen Tage an.

Wie sein Außenminister John Foster Dulles vertrat Eisenhower die Auffassung, die UdSSR würde das Streben einiger Staaten nach Befreiung ihrer Kolonialmächte (vornehmlich die US-Verbündeten Großbritannien und Frankreich) für ihre Zwecke ausnutzen, um US-amerikanischen Einfluss weltweit zurückzudrängen. Als der iranische Premierminister Mohammad Mossadegh die ansässigen britischen Ölfirmen verstaatlichen wollte, um den Anteil von Iran am Gewinn des Ölgeschäfts zu erhöhen, stimmte der Präsident einem Umsturz im Iran zu, um die drohende Verstaatlichung zu verhindern. Vertreter der britischen Regierung hatten ein derartiges Vorgehen bereits vor Eisenhowers Amtszeit angeregt, jedoch lehnte Eisenhowers Vorgänger Harry S. Truman ein solches Unterfangen mit amerikanischer Beteiligung ab. Nachdem er das Präsidentenamt übernommen hatte, autorisierte Eisenhower hingegen die Durchführung eines Putsches im Iran mit Beteiligung der CIA. In der Folge des Umsturzes wurde der autokratisch regierende Schah Mohammad Reza Pahlavi als Herrscher eingesetzt und die drohende Verstaatlichung der britischen Ölfirmen abgewendet.

Die CIA räumte erst 60 Jahre später, im August 2013, eine Beteiligung am Umsturz offiziell ein.

In die ersten Jahre seiner Präsidentschaft fiel die McCarthy-Ära. Als der Senator Joseph McCarthy auch begann, Kabinettsmitglieder und andere hohe Politiker des Kommunismus zu bezichtigen, wandte sich Eisenhower gegen McCarthy und konnte mit einer Reihe anderer Politiker dessen Einfluss stark zurückdrängen. Mithilfe von Senatoren beider Parteien, die den Präsidenten unterstützten, konnte McCarthy Ende des Jahres 1954 mehr und mehr von Öffentlichkeit und politischen Kreisen isoliert werden.

Die nach ihm benannte „Eisenhower-Doktrin“ von 1957 modifiziert die Containment-Politik seines Amtsvorgängers Truman insofern, als die bislang eher defensiven Eindämmungspläne gegen behauptete „stalinistische Expansionsbestrebungen“ nun durch die aggressivere Politik des Rollback ersetzt werden sollten. Eisenhowers als „Eisenhower-Doktrin“ bezeichnete Grundsatzrede vom 5. Januar 1957 war eine unmittelbare Reaktion auf die Sueskrise des Jahres 1956, die den westlichen Einfluss im arabischen Raum (besonders Ägypten) massiv eingeschränkt hatte. Nachdem der sowjetische Ministerpräsident Nikita Sergejewitsch Chruschtschow 1959 (als erster sowjetischer Regierungschef) die USA besucht hatte, schwenkten die Regierungen der beiden Supermächte auf einen Kurs der „friedlichen Koexistenz“ um. Im gleichen Jahr folgte auch die formale Aufgabe der Eisenhower-Doktrin.

Das US-Raumfahrtprogramm nahm während Eisenhowers Präsidentschaft seinen Anfang. Als 1957 die Sowjetunion mit Sputnik den ersten Satelliten in den Weltraum beförderte, war die US-Öffentlichkeit schockiert. Im Wettlauf der beiden politischen Systeme im Kontext des Kalten Krieges begannen die Vereinigten Staaten 1958, ihr eigenes Weltraumprogramm voranzutreiben.

Eisenhower mit NASA-Direktor
Eisenhower(links) mit dem NASA-Direktor Thomas Keith Glennan im April 1960
Bildquelle:Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Präsident Eisenhower genehmigte während seiner Amtszeit mehrere streng geheime Spionageflüge über den sozialistischen Ländern, insbesondere der UdSSR. Ziel dieser Spionageflüge war der Gewinn von Erkenntnissen über Militärstützpunkte der Sowjets und damit auch eine Einschätzung ihrer tatsächlichen militärischen Stärke. Zu erheblichen diplomatischen Spannungen kam es im Mai 1960, als der Pilot Francis Gary Powers mit seiner Lockheed U-2 über dem Ural abgeschossen wurde und von den Sowjets gefangengenommen wurde. Eine vom sowjetischen Regierungschef Chruschtschow ausgesprochene Einladung an Eisenhower, Moskau zu offiziellen Gesprächen zu besuchen, zog dieser am 17. Mai 1960 auf dem Pariser Gipfeltreffen wieder zurück und verließ unter Protest den Gipfel. Erst eine Neuordnung der diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und der UdSSR unter Präsident John F. Kennedy führten im Februar 1962 zu Powers Freilassung nach den USA.

Für die Wirtschaftspolitik Eisenhowers wurden die neuen Begriffe „Modern Republicanism“ (moderner Republikanismus) und „Dynamic Conservatism“ (dynamischer Konservatismus) geprägt. Diese Politik umfasste die Begrenzung von staatlichen Ausgaben und damit einen Rückzug der öffentlichen Hand aus dem Wirtschaftsgeschehen. Dieses Ziel konnte insoweit erreicht werden, als die Staatsausgaben über Eisenhowers Amtsperiode keinen signifikanten Anstieg zu verzeichnen hatten. Ein weiteres Ziel seiner Wirtschaftspolitik war die Stärkung des Wettbewerbs. In seiner Amtszeit wurden die Lohn-Preis-Kontrollen aufgehoben sowie Regulierungen zurückgefahren.
Eisenhower verstand sich jedoch, anders als manche konservativen Republikaner, als Befürworter des Social Security-Konzepts(soziale Sicherheit), das in den 1930er-Jahren unter Franklin D. Roosevelt im Rahmen des „New Deal“ eingeführt worden war. Auch unter Eisenhower erfolgte eine Ausweitung der Sozialversicherungen und eine Erhöhung des Mindestlohns.
In einem privaten Brief erklärte Präsident Eisenhower seinen Standpunkt wie folgt:

“Should any party attempt to abolish social security and eliminate labor laws and farm programs, you would not hear of that party again in our political history. There is a tiny splinter group of course, that believes you can do these things … Their number is negligible and they are stupid.”

„Sollte eine Partei versuchen, den Social Security Act, das Arbeitsrecht und die Farmprogramme abzuschaffen, dann würde man von dieser Partei in der politischen Geschichte nie wieder etwas hören. Es gibt natürlich eine kleine Splittergruppe, die glaubt, Derartiges tun zu können […] Ihre Anzahl ist jedoch vernachlässigbar und sie sind dumm.“
– Dwight D. Eisenhower in einem Brief an seinen Bruder Edgar Eisenhower.

Allerdings ist es dann anders gekommen. Es ist Sozialabbau betrieben worden. Heute hat der Neoliberalismus gesiegt. In den USA ist heutzutage keine sozialen Sicherheit mehr vorhanden.

In den 1950er-Jahren wurde der Ruf der Afroamerikaner nach voller Gleichberechtigung immer lauter. Eisenhower sprach sich öffentlich dafür aus, den Schwarzen mehr Rechte zuzugestehen. Sein Vorgänger Truman hatte durch den Executive Order 9981 im Jahr 1948 mit der Beendigung der Rassentrennung in den Streitkräften bereits damit begonnen, dieser Minderheit mehr Rechte einzuräumen. Dennoch war eine volle Gleichstellung Schwarzer noch lange nicht erreicht.

 

Zahlen und Fakten entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Advertisements

Irankrise

Am 25. August 1941 marschierten britische Truppen in den Süden und sowjetische Truppen in den Norden Irans ein. Ohne die Unterstützung militärischer Verbündeter waren die iranischen Streitkräfte durch die britischen und sowjetischen Panzer und Infanterie rasch überwältigt und neutralisiert worden. Die britischen und sowjetischen Streitkräfte trafen in Senna 300 km nordöstlich von Hamadan am 30. August zusammen. Da es an Transportmöglichkeiten mangelte, entschieden die Briten, keine Truppen hinter der Linie Hamadan-Ahvaz zu stationieren. In der Zwischenzeit hatte der neue iranische Premierminister Mohammad Ali Foroughi den deutschen Botschafter in Teheran aufgefordert, Iran zusammen mit seinen Mitarbeitern zu verlassen. Die deutsche, ungarische, italienische und rumänische Botschaft wurde geschlossen und nahezu alle deutschen Staatsangehörigen der britischen oder sowjetischen Militärverwaltung übergeben. Unter der Behauptung, dass sich immer noch deutsche Agenten im Iran aufhielten, besetzten britische und russische Truppen am 17. September 1941 Teheran. Einen Tag später wurde Reza Schah zu Gunsten seines Sohnes Mohammad Reza Pahlavi zum Rücktritt gezwungen und unter Arrest gestellt. Wenige Tage später wurde er von den Briten außer Landes und nach Südafrika gebracht. Am 17. Oktober zogen sich die britischen Truppen wieder in den Süden und die sowjetischen Truppen in den Norden Irans zurück. Faktisch blieb der Iran bis zum Ende des Krieges in eine britische und eine sowjetische Besatzungszone geteilt. Der iranischen Armee war es zudem untersagt, in den von den sowjetischen Truppen besetzten Gebieten Nordirans eigene Streitkräfte zu stationieren. Dies hatte zur Folge, dass die Zentralregierung in Teheran die Kontrolle über den Norden Irans verlor.

Bereits am 2. Oktober 1941 wurde auf Anweisung von Stalin die kommunistische Tudeh-Partei gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte u. a. der Schriftsteller Bozorg Alavi. Zu ihrem ersten Vorsitzenden wurde Soleiman Mohsen Eskandari gewählt. Die Partei war in stetigem Wachstum begriffen. Vielerorts bildeten sich regionale Parteiorganisationen. Vornehmlich in Industriegebieten in Aserbaidschan, Isfahan, Gilan, Mazandaran und Chorasan. An dem ersten Parteitreffen 1942 in Teheran nahmen 120 Delegierte teil. 1946 zählte die Tudeh-Partei bereits 26.000 Mitglieder und war zu einem wichtigen Faktor der politischen Landschaft Irans geworden.

1944 zog die Tudeh-Partei mit 8 ihrer Kandidaten in das 14. Majlis(Parlarment) ein. Dort unterstützte sie vorbehaltlos die Politik der UdSSR.

Im Juli 1945 erließ Stalin mehrere Dekrete, in denen die Abspaltung der von sowjetischen Truppen besetzten iranischen Provinz Āzarbāydschān und die Gründung einer autonomen Republik Aserbaidschan angeordnet wurde. Ziel Stalins war es, die Ölvorkommen im Norden des Iran unter sowjetische Kontrolle zu bringen.
Ende Oktober 1945 berichtete die Gendarmerie in Tabriz, dass Lastwagen mit Waffen in der Stadt eingetroffen seien, die an Teile der Bevölkerung verteilt worden wären. Wenig später wurden Polizeistationen in und um Tabriz von Bewaffneten angegriffen. Im November 1945 begannen die Sowjets offen die Aufständischen zu unterstützen, indem sowjetische Truppen den nach Kurdestan und Aserbaidschan entsandten Verstärkungen von Polizei und Gendarmerie keinen Zutritt zu den Provinzen erlaubten. Der iranische Außenminister Najm sandte eine Protestnote an die sowjetische Botschaft, in der er die Sowjetunion aufforderte, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Irans in Aserbaidschan und Kurdistan einzumischen. Die Kurden strebten nach einem eigenen Staat und riefen in Mahabad die Republik Mahabad aus.
Am 12. Dezember 1945 wurde Tabriz von bewaffneten Mitglieder der Fiqeh Demokrat besetzt, eine Nationalversammlung von Aserbaidschan konstituiert und die Aserbaidschanische Volksregierung mit Jafar Pishevari als Premierminister ins Leben gerufen. Dem iranischen General Karim Varahram fiel nach der Ausrufung der Aserbaidschanischen Volksregierung in Tabriz eine 1943 in Baku gedruckte Karte in die Hände, auf der Iran in mehrere selbständige Republiken geteilt war. Die Karte zeigte die Demokratische Republik Aserbaidschan, bestehend aus dem sowjetischen und iranischen Aserbaidschan, die Republik Kurdistan, die das Gebiet des iranischen Westen bis nach Buschehr umfasste, die Republik Arabistan, die aus der Provinz Chusistan bestand, die Republik Baluchistan, die Kerman und Makran umfasste, die Republik Chorasan, die aus der Provinz Chorasan, Usbekistan und Tadschikistan bestand, der Republik Tabaristan, die die kaspischen Provinzen umfasste und der Republik Fars, die das Gebiet Zentralirans abdeckte.
Die Frage des Abzugs der alliierten Truppen aus dem Iran war am 21. Juli 1945 auf der Potsdamer Konferenz ausführlich besprochen worden. Es wurde entschieden, dass die Truppen zwar aus der Hauptstadt Teheran abziehen, aber bis sechs Monate nach Ende des Krieges mit Japan im Iran stationiert bleiben sollten. Nach dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und der japanischen Kapitulation am 2. September 1945 wurde der Abzugstermin der alliierten Truppen von der iranischen Regierung auf den 2. März 1946 festgelegt. Die britische und die sowjetische Regierung stimmten diesem Abzugstermin zu.

Mitte Januar 1946 wandte sich Premierminister Ebrahim Hakimi an den am 17. Januar 1946 gegründeten Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, der die iranische Regierung zu direkten Verhandlungen mit der Sowjetunion aufforderte, um einen Interessensausgleich in der Frage der separatistischen Bewegungen zu finden. Am 20. Januar 1946 trat Premierminister Hakimi aufgrund eines drohenden Misstrauensvotums des iranischen Parlaments zurück. Auf Vorschlag von Schah Mohammad Reza Pahlavi wurde Ahmad Qavam vom Parlament zum Premierminister gewählt, der am 18. Februar 1946 zu Verhandlungen nach Moskau reiste.
Am 30. Januar rief der Sicherheitsrat in der Resolution 2 die beteiligten Parteien auf, ihre Streitigkeiten beizulegen und regelmäßig Bericht zu erstatten.
Die Verhandlungen zwischen Premierminister Qavam und Generalsekretär Josef Stalin zogen sich zwei Wochen hin. Die Forderungen Stalins lauteten:
„1. Die sowjetischen Truppen bleiben für unbestimmte Zeit im Norden Irans stationiert.
2. Die iranische Regierung erkennt die Autonomie Aserbaidschans an.
3. Iran und die Sowjetunion gründen eine iranisch-russische Ölgesellschaft, die die Suche, Förderung und Vermarktung iranischen Öls übernimmt, wobei die Sowjetunion 51 % und Iran 49 % der Anteile an der Gesellschaft halten sollten.“
Qavam unterschrieb ein Kommunique, dass die begonnenen Verhandlungen zwischen der iranischen Regierung und dem sowjetischen Botschafter fortgesetzt würden und reiste ohne weitere Zusage an Stalin am 10. März 1946 nach Teheran zurück.

Nach Unterlagen des iranischen militärischen Geheimdienstes plante Stalin in Teheran eine kommunistische Regierung zu installieren, die der dauerhaften Besetzung Irans durch sowjetische Truppen zustimmen und aus dem Iran einen prosowjetischen Satellitenstaat machen würde. Im Einzelnen sollte die Volksarmee der Aserbaidschanischen Volksregierung von Javar Pischevari von Norden aus nach Teheran marschieren. Kommunistische Einheiten aus Tabriz und Semnan sollten von Westen und Osten aus Richtung Teheran marschieren. In Teheran sollte von der kommunistischen Tudeh-Partei ein Volksaufstand organisiert werden. Die Lebensmittelversorgung von Teheran sollte unter anderem durch Mitglieder der Tudeh-Partei in Qazvin und Firuzkuh abgeschnitten werden, um die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der gegenwärtigen Regierung anzuheizen. Die im Iran befindlichen sowjetischen Truppen hätten sich dann gezwungen gesehen, für Ordnung zu sorgen. Generalstabschef Arfa entsandte zunächst von Teheran aus Truppen in den Norden, Westen und Osten Irans, die allerdings von sowjetischen Truppen am Weitermarsch zu ihren Bestimmungsorten aufgehalten wurden. Daraufhin wurden in den Provinzen Truppenteile mobilisiert, die die kommunistischen Verbände aufhalten sollten. In Teheran wurden alle wichtigen Plätze von militärischen Einheiten besetzt. Angesichts des massiven militärischen Aufmarsches der iranischen Armee brach der kommunistische Umsturzversuch rasch in sich zusammen.

Die damaligen Ereignisse im Iran waren auch Anlass zum Beginn des Kalten Krieges.
Der US-Präsident Harry S. Truman drohte nun Stalin mit ernsthaften Konsequenzen, bis hin zum Einsatz von Atomwaffen, wenn er seine Truppen nicht aus dem Iran abzöge. Für Präsident Truman stand außer Frage, dass die Kontrolle des iranischen Öls durch die Sowjetunion zu einer Verschiebung der Machtbalance in der Welt führen würde und die aufstrebende westliche Wirtschaft massiv beschädigen könnte. Auf Drängen der iranischen Regierung wurde der neu geschaffene Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erstmals am 30. Januar 1946 mit der Frage des Abzugs der sowjetischen Truppen aus dem Iran befasst. Der Sicherheitsrat rief mit der Resolution 2 den Iran und die Sowjetunion dazu auf, die Streitigkeiten über die im Rahmen der Anglo-Sowjetischen Invasion des Iran von der Sowjetunion seit August 1941 besetzten Gebiete beizulegen. Die Resolution verlangt außerdem, den Sicherheitsrat regelmäßig über die Verhandlungen zu unterrichten. Die Resolution des Sicherheitsrats verfehlte nicht ihre Wirkung. Am 25. März 1946 erklärte Stalin, dass Iran und die Sowjetunion sich grundsätzlich über die Frage des Truppenabzugs geeinigt hätten, und dass die sowjetischen Truppen innerhalb von sechs Wochen aus dem Iran abziehen würden. Der Sicherheitsrat beschloss in der Resolution 3 vom 4. April 1946 erst wieder am 6. Mai 1946 zusammenzutreten, um zu überprüfen, ob alle sowjetischen Truppen aus dem Iran abgezogen seien, und wie weiter mit der iranischen Frage zu verfahren sei. Am 8. Mai nahm der Sicherheitsrat in der Resolution 5 zur Kenntnis, dass die iranische Regierung den Abzug der sowjetischen Truppen nicht feststellen konnte und verschob weitere Schritte bis zum 20. Mai. Erst nachdem Premierminister Qavam und der sowjetische Botschafter in Teheran eine Vereinbarung unterzeichnet hatten, dass die Aserbaidschanische Volksregierung in Verhandlungen mit der Zentralregierung über ihr Fortbestehen treten werde, und dass in sieben Wochen gerechnet vom 24. März 1946 die sowjetisch-iranische Ölgesellschaft gegründet würde, bei der die Sowjetunion 51 % und Iran 49 % der Anteile halten sollten, erklärte Stalin, dass sich die Rote Armee innerhalb von sechs Wochen, gerechnet vom 24. März 1946 aus dem Iran zurückziehen werde.

Die sowjetischen Truppen zogen zwar ab, doch die kommunistische Tudeh-Partei organisierte nun auf Anweisung Stalins massive Streiks im ganzen Land, um weiter Druck auf die iranische Regierung auszuüben. Am 11. Juni 1946 begannen in Tabriz die Verhandlungen zwischen der Zentralregierung und Jafar Pischevari über den weiteren Bestand der Aserbaidschanischen Volksregierung. Am 13. Juni 1946 wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, in der die Forderungen Pischevaris nach einer Landreform, der Besetzung des Gouverneursposten von Aserbaidschan, Fragen des Militärs, der Erhebung von Steuern und möglichen Wahlterminen festgehalten wurden. Am 15. Juni 1946 ernannte Premierminister Qavam Salamollah Javid, den Innenminister der Aserbaidschanischen Volksregierung, zum Gouverneur von Aserbaidschan. Am 3. August 1946 nahm Qavam eine Kabinettsumbildung vor, und ernannte Mitglieder der kommunistischen Tudeh-Partei als Gesundheitsminister, Wirtschaftsminister und Bildungsminister, um Stalin weiter entgegenzukommen. Gleichzeitig ernannte er General Haj Ali Razmara zum Generalinspekteur von Aserbaidschan und Kurdestan. In Kurdestan war nach wie vor eine separatistische Regierung an der Macht und hatte die Republik Mahabad ausgerufen. Auch im Süden Irans waren in den Gebieten der Bachtiaren und Kaschgais Unruhen ausgebrochen. Premierminister Qavam entsandte General Fazlollah Zahedi als Gouverneur in die Provinz Fars.
Im Dezember 1946 überschlugen sich die Ereignisse. Premierminister Qavam hatte nach Aufforderung von Schah Mohammad Reza Pahlavi die der kommunistischen Tudeh-Partei angehörenden Minister aus seinem Kabinett entlassen und durch Politiker aus der Demokratischen Partei ersetzt. Am 6. Dezember 1946 marschierten Truppen der iranischen Armee in Aserbaidschan ein. Am 12. Dezember 1946 gab Pischevari auf und floh mit seinen engsten Vertrauten in die Sowjetunion. Als die iranischen Truppen Tabriz erreichten, wurden sie von der Bevölkerung mit Jubel empfangen. Als Schah Mohammad Reza Pahlavi am 24. Mai 1947 Aserbaidschan besuchte, brandete ihm derselbe Jubel entgegen. Im Juni 1947 wurde der Schah nach seiner Rückkehr aus Aserbaidschan in Teheran wegen seines mutigen Vorgehens zur Erhaltung der Einheit des Landes gefeiert. Alinaghi Alikhani, der zwanzig Jahre später Wirtschaftsminister werden sollte, schildert die Ereignisse wie folgt:
„Ich war Student und stand am Eingang der Universität Teheran. Der Schah stand in einem Jeep ganz alleine und ohne Begleitung von Sicherheitskräften und grüßte die jubelnde Menge, die ihn an der Weiterfahrt hinderte. Ein Colonel wollte dem Wagen des Schahs eine Gasse bahnen, doch es war kein Durchkommen. Der Schah war auf der Höhe seiner Popularität.“
Auch die Provinz Kurdistan wurde nach dem Abzug der sowjetischen Truppen von iranischen Truppen besetzt. Die Anführer der separatistischen Bewegung wurden auf dem Car-Cira-Platz in Mahabad hingerichtet.
Am 22. Oktober 1947 kam es im iranischen Parlament zur abschließenden Diskussion über die von Qavam unterzeichnete Vereinbarung mit der Sowjetunion zur Gründung einer gemeinsamen Ölgesellschaft. Das Parlament lehnte mit 102 Ja-Stimmen bei 104 anwesenden Abgeordneten die Gründung einer sowjetisch-iranischen Ölgesellschaft ab und beauftragte die Regierung Verhandlungen mit der Anglo-Iranian Oil Company über eine Neugestaltung des bestehenden Konzessionsvertrages zu beginnen, die Iran einen höheren Anteil an den Öleinnahmen sichern sollten. Im selben Monat unterzeichnete die iranische Regierung mit der Regierung der Vereinigten Staaten ein Abkommen über die Errichtung einer amerikanischen Militärmission. Stalin war schockiert und fühlte sich von den Iranern hintergangen. Die Sowjets forderten den Rücktritt Qavams als Voraussetzung für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen dem Iran und der Sowjetunion. Qavam stellte am 10. Dezember 1947 im Parlament die Vertrauensfrage. Von 112 anwesenden Abgeordneten stimmten nur 46 für Qavam. Am 28. Dezember 1947 wurde Ebrahim Hakimi Premierminister Irans. Damit war die Irankrise auch innenpolitisch zu einem Abschluss gekommen.
Inhalt und Text entnommen aus Wikipedia

Anmerkungen
Krieg um Öl
Entscheidende Schlacht des Kalten Krieges
Entscheidung für die Stärkung des Kapitalismus in der westlichen Welt