Winston Churchill

Sir Winston Churchill, geboren am 30. November 1874 in Woodstock(England), gestorben am 24. Januar 1965 in London gilt als bedeutendster britischer Staatsmann des 20. Jahrhunderts.

 

Churchill während der Potsdamer Konferenz 1945
Churchill während der Potsdamer Konferenz 1945

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„Bundesarchiv Bild 183-14059-0005, Potsdamer Konferenz, Winston Churchill“ von Bundesarchiv, Bild 183-14059-0005 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons – bitte auf´s Bild klicken

Er war von 1940 bis 1945 und von 1951 bis 1955 Premierminister und führte Großbritannien durch den Zweiten Weltkrieg. Zuvor hatte er bereits mehrere Regierungsämter bekleidet, unter anderem das des Ersten Lords der Admiralität und des Innen- und des Finanzministers. Darüber hinaus trat er als Autor politischer und historischer Werke hervor und erhielt 1953 den Nobelpreis für Literatur.

Aufgrund der langen Karriere von Winston Churchill beschränkt sich dieser Artikel auf die Jahre, die seine Rolle im Kalten Krieg beschreiben.

Mit seinem Außenminister Anthony Eden besuchte er vom 9. bis 19. Oktober 1944 Moskau. Trotz der Erfolge der britischen und amerikanischen Truppen fürchtete er weiterhin, dass die Rote Armee schneller und weiter nach Mitteleuropa vorstoßen könnte als die Westalliierten. Daher verabredete er mit Stalin eine Aufteilung Mittel-, Ost- und Südosteuropas in Interessensphären. Rumänien, Bulgarien und Ungarn wurden dem sowjetischen Einflussbereich zugeordnet, Griechenland dem britischen. In Jugoslawien wollten beide Mächte ihren Einfluss teilen. Churchill einigte sich mit Stalin ferner auf die Curzon-Linie als Polens Ost- und die Oder als Polens Westgrenze.

Die Ardennenoffensive der deutschen Wehrmacht (16. Dezember 1944 bis Januar 1945) verstärkte seine Bedenken noch, so dass er auf der Konferenz von Jalta vom 4. bis 11. Februar 1945 zu weiteren Zugeständnissen an Stalin bereit war. Dort wurde nicht nur Deutschlands Aufteilung in vier Besatzungszonen beschlossen, sondern auch Europas Teilung in eine westliche und eine sowjetische Einflusssphäre, wie sie bis 1989 Bestand hatte. Churchill musste sich dabei nicht nur mit Stalin, sondern auch mit Roosevelt auseinandersetzen: Dieser war den Sowjets gegenüber sehr viel weniger misstrauisch und glaubte, sie nach dem Krieg in eine wirkliche Friedensordnung einbinden zu können.

Mitten in der Potsdamer Konferenz wurde Churchill als Premier von seinem bisherigen Stellvertreter Clement Attlee abgelöst.

Während der folgenden sechs Jahre war Churchill Oppositionsführer im Unterhaus. Als weltweit geachteter Staatsmann nutzte er diese Zeit, um seinen Einfluss geltend zu machen.

Bereits im Mai 1945 hatte er aus Furcht vor einem weiteren Vormarsch der Roten Armee nach Westeuropa den britischen Generalstab mit der Ausarbeitung von Operation Unthinkable beauftragt, einem Geheimplan für einen Angriff auf die Sowjetunion. Der Plan wurde jedoch fallengelassen.

Nun, nach dem Krieg, unterstützte Churchill Präsident Trumans Eindämmungspolitik(Containment-Politik) gegenüber der Sowjetunion und prägte den Begriff „Eiserner Vorhang“ für die Grenze zwischen Ost- und Westeuropa. Er bestärkte die USA auch darin, ihr bis 1954 bestehendes Monopol auf Atom- und Wasserstoffbomben für offensive, gegen die Sowjetunion gerichtete politische Ziele zu gebrauchen.

Seine berühmten Reden vor der akademischen Jugend in Zürich 1946 und dem Europarat in Straßburg 1949 waren weitblickend. Churchill schlug die Schaffung der „Vereinigten Staaten von Europa“ vor, deren erster Schritt die Partnerschaft zwischen Frankreich und der BRD sein müsse. Seine Reden waren mit viel Propaganda gespickt, um die Bevölkerung Westeuropas darüber hinwegzutäuschen, dass dieses Vereinte Europa nur dem Großkapital nützlich ist. Heute ist die EU mit der gemeinsamen Währung Euro daraus geworden. Wir wissen, dass einige europäische Länder stark verschuldet sind und Not leiden, wie z.B. Griechenland.

Bereits 1930 hatte sich Churchill, begeistert von den Ideen des französischen Außenministers Arstide Briand, in der „Saturday Evening Post“ zu dieser Konzeption geäußert.

Jetzt sah Churchill einerseits einen pragmatischen Weg den Hass zwischen den europäischen Völkern abzubauen und den Kontinent zu befrieden. Damit war aber nur Westeuropa gemeint. Anderseits verband er das Kalkül   das infolge zweier Weltkriege verringerte politische Gewicht der europäischen Staaten gegenüber den USA und der Sowjetunion zu stärken. Großbritannien sollte nach seiner Vorstellung jedoch nicht in die neu zu schaffenden europäischen Strukturen eingebunden sein: „Wir haben unsere eigenen Träume. Wir sind bei Europa, aber nicht von ihm. Wir sind verbunden, aber nicht eingeschlossen.“ Offenbar hoffte er, Großbritannien, das damals noch über ein ausgedehntes Kolonialreich verfügte, könne durch einen unabhängigen Kurs mit seinem atlantischen Partner USA auf Augenhöhe bleiben. Grundkonstante seiner Pläne blieb die Idee einer föderalen Union von Nationalstaaten.

Mit Churchill als Spitzenkandidat errangen die Konservativen im Oktober 1951 einen knappen Wahlsieg. Innenpolitisch verlief Churchills zweite Amtszeit unspektakulär. In der Außen- und Kolonialpolitik dagegen musste er mit mehreren von der Vorgängerregierung geerbten Konfliktherden zurechtkommen. Er tat dies als weiterhin überzeugter Verfechter des Britischen Empire und des Kolonialismus.

Er unterstützte die Aktionen des USA-Geheimdienstes CIA, um den demokratisch gewählten iranischen Premierminister Mohamed Mossadegh zu stürzen. Diese Einmischung in die Politik des Iran erfolgte, als das iranische Parlament auf Betreiben von Mossadegh Anfang 1951 die Verstaatlichung der Erdölindustrie des Landes beschloss. Die Erdölindustrie des Iran stand unter britischer Kontrolle.

In Malaya war bereits 1948 eine Rebellion gegen die britische Herrschaft ausgebrochen. Auch in der Kolonie Kenia schwelten Unruhen, die 1952 im Mau-Mau-Krieg mündeten. In beiden Fällen trat Churchill dafür ein, die Aufstände militärisch niederzuschlagen. Anschließend versuchte er aber, für alle Seiten politisch tragbare Lösungen zu finden. Die von ihm initiierten Friedensgespräche mit den Aufständischen in Kenia scheiterten allerdings kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Amt. Für die malayischen Sultanate im heutigen Malaysia und für Singapur ließ er 1953 Pläne für die Unabhängigkeit ausarbeiten, die 1957 realisiert wurden.

Nach dem Tod Stalins im März 1953 bot Churchill der Sowjetunion überraschend die Auflösung der Blöcke und Schaffung eines gesamteuropäischen Sicherheitssystems an. Vermutlich plante Churchill schon damals das, was dann 1989/90 eingetreten ist. Aber die Auflösung der beiden Blöcke hat die Welt instabiler und unsicherer gemacht, anstatt friedlicher.

Im selben Jahr erhielt er den Nobelpreis für Literatur für sein großes historisches Werk „Der Zweite Weltkrieg“. Die damals neue Königin Elisabeth II. schlug ihn wegen seiner Verdienste zum Ritter des Hosenbandordens. Den angebotenen Herzogstitel schlug Sir Winston in den Folgejahren mehrfach aus, um weiter für das Unterhaus kandidieren zu können.

Im Juni 1953 erlitt er zum wiederholten Mal einen Schlaganfall, der ihn zeitweilig amtsunfähig machte. Schließlich drängten seine Parteifreunde ihn 1955 zum vorzeitigen Amtsverzicht. Churchill trat im April dieses Jahres zurück, und die Tory-Mehrheit im Unterhaus wählte Anthony Eden zu seinem Nachfolger. Churchill ließ sich 1955 und 1959 noch einmal ins Unterhaus wählen, dem er am Ende mehr als 60 Jahre angehörte. Er trat jedoch nicht mehr als Redner in Erscheinung.

Nach seinem Rücktritt lebte Churchill zurückgezogen noch weitere zehn Jahre. Er starb in seinem 91. Lebensjahr am 24. Januar 1965 – auf den Tag genau 70 Jahre nach dem Tod seines Vaters.

 

 

Zahlen Fakten und einzelne Textpassagen:

Wikipedia

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