Helmut Kohl

Helmut Josef Michael Kohl, geboren am 03. April 1930 in Ludwigshafen am Rhein, gestorben16. Juni 2017, war ein CDU-Politiker der BRD.

Helmut Kohl(2012)
Helmut Kohl(2012)
Bildquelle: Von Konrad Adenauer Stiftung – Marie-Lisa Noltenius – http://www.flickr.com/photos/kasonline/7886352756/, CC BY 2.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Schon als Schüler trat Helmut Kohl 1946 der CDU bei und war anschließend 1947 Mitbegründer der Jungen Union in seiner Heimatstadt Ludwigshafen. Auch während seines Studiums war er politisch aktiv.

Zum Sommersemester 1950 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften und Geschichte in Frankfurt am Main. Zum Wintersemester 1951/52 wechselte er an die Universität Heidelberg, wo er Geschichte und Staatswissenschaften studierte und 1956 sein Studium abschloss. Im selben Jahr wurde Helmut Kohl Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Alfred-Weber-Institut der Universität. 1958 wurde er mit der 161-Seitigen Dissertationsarbeit „Die politische Entwicklung in Rheinland Pfalz und das Wiedererstehen der Parteien nach 1945“ bei Walter Peter Fuchs zum Dr. phil. promoviert. Anschließend wurde er in seiner Heimatstadt Direktionsassistent bei einer Eisengießerei und 1959 Referent beim Verband der Chemischen Industrie.

1953 wurde Helmut Kohl Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der CDU in Rheinland-Pfalz, 1954 stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union Rheinland-Pfalz, 1955 Mitglied des Landesvorstandes der CDU Rheinland-Pfalz, 1959 wurde er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Ludwigshafen. 1959 wurde er auch als Abgeordneter in den rheinland-pfälzischen Landtag gewählt. 1960 bis 1969 war er Fraktionsführer der Stadtratsfraktion Ludwigshafen, ab 1963 Fraktionsvorsitzender im Landtag von Rheinland-Pfalz, von März 1966 bis September 1974 war er Landesvorsitzender der CDU von Rheinland-Pfalz, 1966 Mitglied des Bundesvorstandes der CDU, ab 1969 Stellvertreter und von 1973 bis 1998 Parteivorsitzender der CDU.

Ein wichtiger Förderer Helmut Kohls war der während der zeit des Faschismus reich gewordene Industrielle Fritz Ries.

Von 1969 bis 1976 war er Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Von 1982 bis 1998 war er Bundeskanzler der BRD. Mit sechzehn Jahren Amtszeit und vier vollen Legislaturperioden hatte er bisher das Amt des Bundeskanzlers am längsten inne. Von 1973 bis 1998 war Helmut Kohl zudem Bundesvorsitzender der CDU und danach bis 2000 war er deren Ehrenvorsitzender.

Ludwigshafen, CDU-Kongress, Helmut Kohl
Helmut Kohl(1969) in Ludwigshafen

 

Bildquelle: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F028914-0003 / Gräfingholt, Detlef / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Kohl war in den 1970er Jahren einer der jüngsten CDU-Spitzenpolitiker. Er reformierte als CDU-Bundesvorsitzender seine Partei, der 1969 die Oppositionsrolle zugewiesen wurde. 1976 erzielte Kohl als Spitzenkandidat der Union aus CDU und CSU mit 48,6 Prozent der Stimmen das bis dahin zweitbeste Ergebnis für die Union und überhaupt einer Partei bei den Bundestagswahlen, konnte aber die Regierung Schmidt nicht ablösen.

Hamburg, CDU-Bundesparteitag, Helmut Kohl
Ministerpräsident Helmut Kohl während des CDU-Bundesparteitags 1973, auf dem er zum Vorsitzenden gewählt wurde.
Bildquelle: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F041436-0027 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Trotz dieser Niederlage gab er sein Amt als rheinland-pfälzischer Ministerpräsident auf und übernahm als Oppositionsführer im Bundestag der BRD den Vorsitz der CDU/CSU-Fraktion.

 

Helmut Kohl 1980
Helmut Kohl(1980)

 

Bildquelle: Von CDU – Diese Datei wurde Wikimedia Commons freundlicherweise von der Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen eines Kooperationsprojektes zur Verfügung gestellt.Deutsch | English | français | македонски | русский | +/−, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Nach dem Zerbrechen der sozialliberalen Koalition wurde Helmut Kohl am 01. Oktober 1982 zum Bundeskanzler gewählt.

CDU Bundestagswahlkampf, Kohl
Helmut Kohl im Bundestagswahlkampf 1983
Bildquelle: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F064809-0010 / Schaack, Lothar / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Bonn, Besuch Erich Honecker, mit Helmut Kohl
Erich Honecker zu Besuch in Bonn(1987)

 

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1987-0907-017 / Oberst, Klaus / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

 

 

 

1987 war Erich Honecker während der Amtszeit zum Staatsbesuch in der BRD. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl hatte Erich Honecker mit allem zum Staatsbesuch gehörigen Brimborium empfangen. Nach Vollendung der Konterrevolution war das vergessen. Erich Honecker saß nun im Knast und Helmut Kohl war immer noch Bundeskanzler.

Kohl spielte 1989/90 eine entscheidende Rolle während der Konterrevolution in der DDR von BRD-Seite aus. Er war Bundeskanzler, als die DDR am 03. Oktober 1990 schließlich annektiert worden ist. Darum nennt die offizielle Geschichtsschreibung ihn „Kanzler der Einheit“.

Bei Öffnung des brandenburger Tores
Der Vorsitzende des DDR-Ministerrates Hans Modrow, Bundeskanzler Helmut Kohl, der Regierende Bürgermeister von Westberlin, Walter Momper und im Hintergrund zwischen Kohl und Momper der Oberbürgermeister von Berlin/DDR Erhard Krack während der Öffnung des Brandenburger Tores am 22. Dezember 1989
Bildquelle: (Gemeinfrei)

 

Bonn, Bundespräsident ernennt Bundeskanzler Kohl
Ernennung Kohls zum „gesamtdeutschen Bundeskanzler“ durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker(1991)
Bildquelle: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F086820-0012 / Reineke, Engelbert / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Bundeskanzler Helmut Kohl und US-Präsident Bill Clinton, Mai 1998
Bundeskanzler Helmut Kohl und US-Präsident Bill Clinton, Mai 1998

 

Bildquelle: Von Bachhaus.eisenach – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Bundeskanzler Helmut Kohl und US-Verteidigungsminister William Cohen am 5. März 1997 in Bonn
Bundeskanzler Helmut Kohl und US-Verteidigungsminister William Cohen am 5. März 1997 in Bonn
Bildquelle: Von DoD photo by Helene C. Stikkel – http://www.defenselink.mil; exact source;, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Wegen der CDU-Spendenaffäre verlor er nach deren Bekanntwerden im Jahre 2000 den Ehrenvorsitz seiner Partei.

Kohl erhielt eine große Zahl nationaler und internationaler Auszeichnungen. Seit dem Ende seiner politischen Karriere war Kohl als Lobbyist in verschiedenen Positionen in der Wirtschaft tätig.

Persönliches:

1960 heiratete Kohl die Fremdsprachensekretärin Hannelore Renner(1933-2001). Aus der Ehe gingen die beiden Söhne Walter Kohl(geboren 1963) und Peter Kohl(geboren 1965) hervor.

Hannelore Kohl nahm sich am 05. Juli 2001 im Alter von 68 Jahren das Leben, nachdem sie zuvor jahrelang zurückgezogen gelebt hatte. Sie war schwer krank.

Kohl musste sich 2007 mehreren schweren Operationen, wegen teil komplizierter Erkrankungen, unterziehen. Im Februar 2008 erlitt er bei einem Sturz ein Schädel-Hirn-Trauma.

Am 08. Mai 2008 heirateten er und Maike Richter(geboren 1964) in der Kapelle der Reha-Klinik im engsten Freundeskreis. Maike Richter hatte Kohl im Kanzleramt kennengelernt. Dort war die promovierte Volkswirtin von 1994 bis 1998 als Beamtin in der Wirtschaftsabteilung tätig. Sie lebte von 2005 bis zu seinem Tod mit Helmut Kohl in einer festen Beziehung.

Helmut Kohl mit seiner zweiten Ehefrau Maike Kohl-Richter, 2009
Helmut Kohl mit seiner zweiten Ehefrau Maike Kohl-Richter, 2009
Bildquelle: Von Christliches Medienmagazin pro – originally posted to Flickr as Helmut Kohl, CC BY 2.0, Bild ist entsprechend verlinkt

Helmut Kohl lebte im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim und in Berlin.

Er starb am 16. Juni 2017 in Ludwigshafen im Alter von 87 Jahren.

Zahlen und Fakten entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

 

 

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